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Years After

Ausstellung von Elisabeth Plank u. Edgar Honetschläger 7. bis 10. März 2003, Wittgensteinhaus, Wien

Vor einem guten Duzend Jahren war im Wittgensteinhaus die Ausstellung „gib nach, kann sein“ von Elisabeth Plank und Edgar Honetschläger zu sehen. Es war die erste Ausstellung, die österreichische Künstler in diesen Räumlichkeiten ausrichteten und der Versuch, subtil auf das Haus und das dahinterliegende Konzept des Philosophen Ludwig Wittgenstein einzugehen.

In „Years After“ wandelt sich das Bild zum happening Plank/Honetschläger im Verbund mit dem Sound- und Installationskünstlern Christoph Cagnelli und dem Darsteller Erwin Steinhauer. Bilder an der Wand alleine tun es nicht mehr, die Bewegung wird zum maßgeblichen Parameter - in Planks abstrakter Malerei wie in Honetschlägers laufenden Bildern.

Ludwig Wittgenstein winkt sanft verblassend durchs Fenster. Sein Hinterfragen der Sprache steht im Raum – einer Sprache, die fern von Linguistik und kulturellen Zugehörigkeiten allgemeine Gültigkeit erlangt hat – so laut wie Sigmund Freud eine ganze Nation, eine ganze Denksphäre nicht nur beeinflusst, sondern in einen Zustand der Abhängigkeit gestürzt hat. Es gibt kein Entrinnen – sein Prinzip moderner Voodoo funktioniert so normiert und dogmatisiert wie die Huldigung an Gott Technologie. Trotzdem bleibt der Versuch, den Denknormen zu widersprechen - ein klares Nein ans gestern.

Das Klima: Schön haben wir´s und warm in unseren Betten, vor allem wenn draußen der Wind rauh bläst. Wir bleiben bei uns, vom Denken müde, wollen nicht mehr Faust spielen.

Die Antwort: wir schreien! Fürs Andersschauen, fürs Selbersehen, fürs Aufwachen aus der freien Welt, in der der Ruf nach „mehr Sicherheit“ vergessen macht, dass es diese im menschlichen Leben nicht gibt. Dass der Begriff Ästhetik nur politisch sein kann, eine Orientierung im Meer der Möglichkeiten, keine Anweisung zum Leben – lediglich ein Plädoyer.

Opening Performance: Erwin Steinhauer // Soundscape: Christoph Cargnelli

Kurator: Hans-Peter Wipplinger

Management, PR & Pressearbeit: a r t : p h a l a n x