projekte

translucid

Ausstellung von Gerhard Baldasti 24. April bis 17. Mai 2002, Wien

Die rätselhaften, malerisch-fotografisch geschaffenen Bild-strukturen von Gerhard Baldasti sind Versuchsanordnungen um Verbindungen zu bildexternen Wirklichkeiten herzustellen. Die vielschichtigen Beziehungen der erkennbaren Realitätsfragmente in Kombination mit abstrakt erscheinenden Formationen er-öffnen dem Betrachter spann-ende Assoziationsräume, die sich an seine innere (psychische) Realität richten. Die Fotografien fungieren dergestalt als Auslöser für die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Ihr fragmentarischer Charakter setzt einen Prozess der Erinnerung in Gang, der im Idealfall Verdrängtes an die Oberfläche holt, in jedem Fall aber die Natur des Erinnerungsvermögens bewusst macht.

In den von Baldasti zusammengestellten Werkgruppen geht es nicht darum Bildergeschichten zu konstruieren, die zeitlich-räumlich geordnete Handlungsstränge für Personen und Dinge festschreiben und in denen die einzelnen Bilder quasi einen oder mehrere Sätze der Erzählung repräsentieren. Viel mehr sind die Elemente der so entstehenden Bildgruppen am treffendsten dadurch charakterisiert, dass man sie als nebeneinander gestellte Stehkader aus mehreren verschiedenen Filmen gleichen Genres betrachtet. Das erzählerische Moment des Einzelbildes tritt in den Hintergrund. Die dabei notwendige, strukturelle Betracht-ungsweise macht ungewohnte Blickwinkel frei und neue Zusammenhänge, Bedeutungen und Bildvisionen sichtbar.

Kurator: Hans-Peter Wipplinger

Produktion, Pressearbeit: a r t : p h a l a n x