projekte

artSCREENS

Medienkunst bei Kapsch TrafficCom

Kapsch versteht die Förderung junger innovativer Kunst als eine wichtige gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung.

2009 hat Kapsch TrafficCom eine neue Kunst-Projektreihe mit dem Titel artSCREENS initiiert, welche im Herbst eröffnet wurde und eine Präsentationsplattform für mediale Kunst darstellt.

Insgesamt acht Monitore, die im Foyer der Kapsch TrafficCom aufgestellt sind, werden dabei mit halbjährlich wechselnder Medienkunst bespielt. Die Arbeiten stammen von jungen und innovativen KünstlerInnen aus Österreich, welche kuratorisch ausgewählt werden und ihre Medieninstallationen speziell für die Monitore gestalten. Die artSCREENS bringen somit einerseits Kunst in das Haus und stellen andererseits eine ideale Möglichkeit für junge KünstlerInnen dar, ihre künstlerischen Arbeiten zu präsentieren.

Das Kunstprojekt der artSCREENS wird in Kooperation mit der Video- und Multimediaproduktionsfirma ZONE, Wien, die sich für die technische Umsetzung der Videoinstallationen verantwortlich zeichnet, und dem Kunst- und Kommunikationsbüro art:phalanx, welches die kuratorische Auswahl vornimmt und die KünstlerInnen bei der Umsetzung betreut, realisiert.

Jutta Strohmaier, Light, Shadow, Moving and Still

Nach Hubert Blanz wurde die zweite Videoinstallation im Rahmen der Serie der artSCREENS von der österreichischen Künstlerin Jutta Strohmaier entwickelt. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind Videos und Fotografien, in denen sie verschiedene Zugänge zum Raumbegriff auslotet. Durch zeitliche Transformationen, Perspektivenwechsel und Überblendungen begibt sich Strohmaier auf die Suche nach emotionalen Verknüpfungen des räumlichen Erlebens. In der für die artSCREENS entwickelten Videoarbeit “Light, Shadow, Moving and Still“ sind wechselnde Einblicke in eine Wohnung zu sehen. In einer langsamen Bildfolge gleitet der Kamera-Blick durch verschiedene Räume, fokussiert Details und verliert sich im Dunkel der Nacht. Die Hauptakteure in Strohmaiers Video sind tanzende Schatten und wandernde Lichtreflexe, die aufgrund von Montage, Dehnungs- und Komprimierungsverfahren das Szenario in einen widersprüchlichen Zustand zwischen Stillstand und Bewegung rücken. Die Künstlerin führt uns mit dieser Arbeit Zeit als technologisches Konstrukt vor. In unserer medialisierten Gesellschaft der allzeitigen Verfügbarkeit sucht das Individuum Bestätigung in einer umgreifenden Wahrnehmung zu finden. Strohmaier widersetzt sich jedoch konsequent einer Allgegenwart der Beschleunigung. Sie begibt sich mit einer nahezu anachronistisch anmutenden Beharrlichkeit auf eine Spurensuche des Nebensächlichen und lässt dabei in aufmerksamer Gelassenheit den Tag verstreichen.

Hubert Blanz, Information Sluice 2009/10

Foto: Jutta Strohmaier, Light,Shadow, Moving and Still, 2009